Handball-Bundesliga führt „Big-Brother-Prinzip“ ein

Handball – Wer ist der Schnellste? Wer springt am höchsten? Wer wirft am härtesten? Die Handball-Bundesliga will es künftig ganz genau wissen. Eine neue Technologie der Echtzeit-Datenerfassung soll den Sport ab der kommenden Saison attraktiver machen. Die Millionen-Investition der HBL könnte für andere Profiligen beispielgebend sein. „Wir sind die erste Liga, die diese Technik flächendeckend einsetzt und systematisch für alle Bundesligisten nutzbar macht“, sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Neben dem Mehrwert für Teams und Trainer sollen auch Fans, Medien und Sponsoren zusätzliche „faszinierende Blickwinkel“ eröffnet und „neue Erlebniswelten und innovative Angebote“ geschaffen werden. Die Technologie, bislang vor allem von Klubs in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA eingesetzt, erinnert an das „Big-Brother-Prinzip“: Die Profis der 18 Bundesligisten werden ab Sommer bei den Liga-Spielen mittels kleiner Chipkarten in Trikot und Ball auf Schritt und Tritt bis in den letzten Winkel des Spielfeldes verfolgt. Durch je 14 kleine W-Lan-Router pro Spielstätte werden die Daten in Sekundenbruchteilen unter der Hallendecke zusammengefügt und abrufbar gemacht – und die Handballer so zu gläsernen Sportlern.