Heute vor 25 Jahren: Ayrton Sennas Tod erschüttert die Formel 1

Ayrton Senna verunglückt in Imola tödlich. (Foto: Screenshot TF1)

Formel 1 – Nur 24 Stunden nach dem Unfall des Österreichers Roland Ratzenberger forderte die italienische Hochgeschwindigkeitsstrecke in Imola ein zweites Todesopfer: den dreimaligen Weltmeister Ayrton Senna.

Ayrton Senna (Foto: dpa)

Schon direkt nach dem Rennstart am 1. Mai 1994 war der Portugiese Pedro Lamy (Lotus) mit hoher Geschwindigkeit auf den beim Start stehengebliebenen Benetton des Finnen Jyrki Juhani Järvilehto, genannt JJ Lehto, aufgefahren, wodurch eine Safety-Car-Phase bis zum Ende der fünften Runde ausgelöst worden war. Beide Fahrer waren wie durch ein Wunder nahezu unverletzt geblieben. Herumfliegende Teile hatten aber einige Zuschauer leicht verletzt.

Beim Neustart blieb Senna in Führung vor Jungstar Michael Schumacher (damals 25), der die beiden ersten Saisonrennen in Brasilien und Japan gewonnen hatte. In der siebten Runde um 14.17 Uhr kam Sennas Wagen in der schnellen Tamburello-Kurve von der Fahrbahn ab und schoss, voll bremsend und ohne erkennbare Lenkkorrektur, geradeaus über den Seitenstreifen. Eine gebrochene Lenkstange wird später als ursächlich für den Unfall angenommen. Beim Aufprall mit 211 km/h in die Streckenbegrenzungsmauer riss das rechte Vorderrad ab, wobei sich eine gebrochene Strebe der Radaufhängung durch den Helm des Brasilianers bohrte. Rennarzt Sid Watkins veranlasste einen sofortigen Transport des Brasilianers per Helikopter in die Unfall-Klinik nach Bologna. Doch jede Hilfe kam zu spät. Um 18.40 Uhr wurde der 34-Jährige für hirntot erklärt.

Ayrton Senna (l.) und Michael Schumacher 1992 (Foto: dpa)

Dass der Kerpener Michael Schumacher das abgebrochene und um 14.55 Uhr neu gestartete Rennen gewann und in diesem Jahr auch den ersten seiner sieben WM-Titel holte, geriet angesichts des „Schwarzen Wochenendes von Imola“ in den Hintergrund. Denn für die folgenden Jahre wurde die Sicherheit der Fahrer durch zahlreiche technische Änderungen extrem verbessert. So musste nach 1994 nur noch ein weiteres Todesopfer beklagt werden. Jules Bianchi (26) verstarb am 17. Juli 2015 in seiner Geburtsstadt Nizza, nachdem er am 5. Oktober 2014 auf der regennassen Piste von Suzuka/Japan in ein am Streckenrand stehendes Bergungsfahrzeug gerutscht war, an den Folgen eines Schädel-Hirn-Traumas, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.